Uhrenlexikon

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A

Anglierung

Anglieren bedeutet Abkanten von Uhrwerken um schöne Lichtreflexe zu schaffen. Der Kantenwinkel beträgt 45 Grad bei gleichbleibender Breite und Brechungskante. Die Anglierung ist ein Merkmal von hochwertigen Uhren. Es wird entweder mechanisch mit dem „Pantographen“ (Storchenschnabel) oder in traditionelle Weise mit der Feile per Hand ausgeführt – so wird dies beispielsweise bei Audemars Piguet umgesetzt.

Anker

Verbindungshebel mit zwei kleinen Armen zwischen Räderwerk und Unruh. Der Anker überträgt die Kraft auf die Unruh. Der Anker ist das meist beanspruchte Teil bei einer mechanischen Uhr, da auf ihn die Gleitreibung sowie die Stoßbeanspruchung einwirkt.

Ankerhemmung

Das Gangrad gibt dem Anker einen Impuls zur Bewegung. Das eine Ende des Ankers treibt das Zahnrad nach vorne und das andere Ende des Ankers greift bzw. Stoppt die Bewegung des Gangrades. So entsteht eine permanente Bewegung – praktisch wie eine Wippe. Typen der Ankerhemmung: die englische Spitzzahn-Ankerhemmung, die Schweizer Ankerhemmung, die Glashütten Ankerhemmung.

Antimagnetisch

Wichtig für die Uhr, dass sie nicht durch magnetische Felder stehen bleibt. Die Uhrenhersteller verwenden Legierungen, die erst bei stärkeren Kraftfeldern ansprechen. Deshalb sollten Sie niemals Ihre mechanische Uhr bei Kernspinn- oder Magnetresonanz-Topographen (MRT) tragen.

Arabische Ziffern

Die Schreibweise der Zahlen wie wir sie kennen – sprich übernommen aus dem arabischen – im Gegensatz dazu stehen die Ziffern in der römischen Schreibweise, wie man sie auch auf den Zifferblättern findet – insbesondere häufig zu finden bei Cartier

Arretierung

Bedeutet beispielsweise anhalten der Unruh: dies ist eine Vorrichtung zum Anhalten von Vorgängen im Uhrwerk.

Arrondieren

Französisch: „Abrunden“, Zapfen deren Stirnseite auf kleine Lagerflächen reiben, werden zur Verringerung der Reibungskraft abgerundet, so dass eine punktförmige Lagerbelastung bei vertikalem Lagerdruck entsteht. Das Arrondieren führt zu geringerem Verschleiß.

Aufzugswelle

Ist eine Stahlwelle mit verschiedenen Ansätzen und einem Vierkant, auf welchem sich die Krone zum Aufziehen und zur Einstellung der Zeiger befindet. Die Welle ist mittels eine Ansatzes und eines Zapfens in den Platinen gelagert.

Automatischer Aufzug/Automatik

Uhr, deren Zugfeder gespannt wird, wenn sich der Arm bewegt (Schwerkraft). Eine Schwungmasse (Rotor) dreht sich durch die Bewegung und zieht die Feder auf, bzw. sorgt dafür, dass die Feder Ihre Spannung hält. Erfinder ist Abraham L. Perrelet (um 1770).


B

Baguette

Bezeichnung einer Form einer Uhr oder auch ein rechteckiger Edelsteinschliff mit geraden Seitenkanten. Bei der Uhr ist die Längsform von Werk und Gehäuse mit einem Seitenverhältnis von mindestens 1:3. Diese Form der Uhr war in den 20er Jahren bei Damenuhren beliebt und heute immer noch bei den Jaeger-LeCoultre Modellen oder auch bei Cartier zu finden.

Barometer-Uhr

Tragbare Uhr im übergrossem Taschenuhrformat wurden in der Vergangenheit vorwiegend für navigatorische Zwecke eingesetzt. Die so genannten B-Uhren müssen einen amtlichen Gangschein besitzen; dazu unterliegen z.B. Glashütten B-Uhren u.a. einer „Großen Prüfung“ (Gang- und Temperatur sowie Lageverhalten), die 60 Tage dauert (Chronometerzertifikat) und einer „Kleinen Prüfung“ von 12 Tagen (z.B. von Laco oder Lange&Söhne).

Bicolor

Uhren wo zwei Edelmettalle kombiniert werden – meist Stahl/Gold oder auch Weißgold/Rotgold

Bläuen

Stahlteile wie Schrauben, Zeiger und Zeigerscheiben werden über offener Flamme gebläut.

Bombiertes Glas

Ist ein gewölbtes Uhrenglas

Breguet-Spirale

Wurde von Abraham Louis Breguet (1795) entwickelt. Die Unruhspirale von Breguet hat eine nach oben und innen gebogene Endkurve, die beim Schwingen der Unruh ihren Schwerpunkt nicht verlagert. Vorteile der Breguet-Unruhe: die Uhr läuft präziser und die Unruhwelle nutzt sich weniger schnell ab. Eine Meisterleistung, die von allen großen Uhrmachern übernommen worden ist und die bis jetzt für hochpräzise Zeitmesser verwendet wird.

Breguet-Zeiger

Zeiger die 1783 vom Haus Breguet entworfen worden sind und noch heute in den Uhren mehrer Luxusmarken eingesetzt wird. Der Zeiger zeichnet sich dahingehend aus, dass kurz vor der Zeigerspitze ein Ring eingelassen ist. Er wird auch „Pomme-Zeiger“ genannt.

Brücke (Kloben)

Ein Uhrwerk wird auf einer Grundplatine/Werkplatte aufgebaut. Die Brücken und Kloben sind der Gegenpart zu der Platine und bildet die Oberseite des Uhrwerks. Die Brücken und Kloben dienen als Lagerträger für die Räderwellen. Brücken können auch optisch aufwendig verziert

Brünieren

Ein Uhrwerk wird auf einer Färbung von Metall (z.B. bei Bronzen) durch Chemikalien, um einen bestimmten Farbton zu erzeugen.


C

Cabochon

Ein ungeschnittener und polierter Edelstein in Halbkugelform – sieht gut aus, hat aber in der Regel keine Funktion. Marken die häufig einen Cabochon auf die Krone setzen sind beispielsweise Cartier.

Caliber

Caliber (Kaliber) bezeichnet man in der Uhrmacherei ein bestimmtes Uhrwerk. Wird häufig auch CAL abgekürzt.

Chaton

Dies sind Goldringe, die die Lagersteine umfassen und in die Räderbrücke geschraubt werden. Meist angefertigt bei sehr hochwertigen Luxusuhren.

Chronograph

Ist griechisch und heißt übersetzt Zeitschreiber und ist eine Uhr mit Zusatzfunktionen, die es gestattet einen Sekundenanzeiger unabhängig vom Uhrwerk laufen zu lassen, zu stoppen und wieder in die Ausgangsposition zurückzuführen.

Chronograph-Rattrapante

Ist ein Doppelzeiger: Schleppzeiger-Chronographen. Eine Uhr mit zusätzlicher Kurzzeitmeßeinrichtung mit zwei Sekundenzeigern, die sich unabhängig voneinander stoppen lassen – von der Uhrmacherei sehr aufwendig!

Chronometer

Präzisionsuhr, die ihre Ganggenauigkeit in einer 15-tägigen Kontrolle unter Beweis stellen muss. Wird von der einer offiziellen Uhren-Prüfstelle – C.O.S.C. – abgenommen. Die Uhrzeit wird in Lagen gemessen und es muss der mittlere tägliche Gang zwischen -4 und +6 Sek. liegen; die mittlere tägl. Gangabweichung darf 2 Sekunden, die größte 5 Sekunden nicht überschreiten. Alle Uhren werden bei unterschiedlichen Temperaturen (4˚C, 20˚C und 36˚C) geprüft. Werden die vorgesehenen Toleranzen nicht überschritten, darf die Uhr die Bezeichnung Chronometer tragen und erhält das Gangschein-Zertifikat (Bulletin de Marché).

Chronometrie

Oberbegriff für alle Zeitmesser aus dem Gebiet der Uhrentechnik und Zeitbestimmung

COSC – siehe Chronometer

Ist ein herstellerunabhängiges Schweizer Prüfinstitut dies insbesondere die Chronometer-Zertifizierung durchführt. Ausgeschrieben heißt es: Controle Officiel Suisse des Chronomètres.

Curvex

Rechteckige, leicht gebogene Uhr – meistens Damenuhren – die dem Handgelenk angepaßt sind.


D

Datumsanzeige

Kann entweder analog – durch Zeiger – oder digital – durch bedruckte Ringe – angezeigt werden. Zeiger und Ring drehen sich innerhalb von 31 Tagen einmal um ihre Achse. Sie werden täglich gegen Mitternacht über das Zeigerwerk automatisch um eine Position weitergeschaltet. Bei mechanischen Uhren müssen sie in Monaten mit weniger als 31 Tage von Hand berichtigt werden. Meistens über einen Drücker im Gehäuserand oder über die Krone und das Zeigerwerk.

Dichtungsring

Eine wasserdichte Uhr hat mindestens einen Dichtungsring zwischen dem Gehäusedeckel, dem Glas und der Krone. Der Dichtungsring besteht aus Kunststoff.

Drücker

Ein Teil, das aus dem Gehäuse heraus ragt und mit dem sich eine Funktion betätigen lässt. Chronographen werden mit Hilfe von Drückern gestartet, gestoppt und nullgestellt bzw. Zurückgestellt. Über Drücker werden auch manche Repetitionsschlagwerke ausgelöst.


E

Echappement

Das französische Wort für Hemmung. Ein Hemmsystem besteht aus drei Teilen: Gangrad, Anker und Balance.

Edelmetalle

Edelmetalle sind Gold, Platin, Silber. Sie werden für das Gehäuse von Armbanduhren verwendet. Bei Gold wird in Feingehalt von 333/1000 (8 Karat), 375/1000 (9 Karat), 575/1000 (14 Karat) oder 750/1000 (18 Karat) unterschieden. Legierungen mit anderen Metallen (z.B. Kupfer) bestimmt den Farbton des Goldes. 21-, 23- oder gar 24-karätiges Gold wird bei sehr feinen Uhren für die Aufzugsrotoren verwendet. Platin hat einen Feingehalt von 950/1000.

Edelstahl

Ist extrem widerstandsfähig und antimagnetisch, aber schwer zu bearbeiten. Die Legierung aus Stahl, Nickel und Chrom ist rostfrei.

Einzeigeruhr

Wird in der Uhrmacherei verwendet für das Eingreifen eines Zahnrades in ein anderes.

Emaile

Französisch – farbiger Glasfluss auf Metall, kann als Zierde oder Schutz Verwendung finden. Emaile besteht aus Sonderglas da man mit Animonaten, Zirkonoxid oder Titandioxid weiß, mit Kobaltoxid, Chromoxid oder anderen Farbstoffen bunt einfärbt. Bei einer Hitze von 1200° Celsius wird das Glas geschmolzen und dann abgeschreckt. Die dadurch entstehenden Körner werden mit den Färbemitteln gemahlen. Schließlich wird das Email durch Streichen, Tauchen, oder Spritzen auf die Metallbasis aufgetragen und im Spezialofen bei 800° bis 900° Celsius gebacken.

Endkurve

Ein besonderes Aufbiegen der Unruh-Feder wie beispielsweise bei der Breguet-Spirale. Durch das Aufbiegen wird ein zentrischer Schwerpunkt erzielt, der für ein besseres Gangverhalten sorgt.

Entspiegelung

Trifft Licht auf eine Glasfläche, so wird ein Teil reflektiert und der andere Teil geht durch das Glas hindurch. Meist wird das Saphirglas entspiegelt – dies führt dazu, das das Ablesen des Zifferblattes einfacher ist, da es der Lichtbrechung entgegen wirkt. Meist Luxusuhren nutzen die doppelseitige Entspiegelung – neben der Lesbarkeit des Zifferblattes sorgt sie dafür das es viel näher wirkt und somit das Zifferblatt einen intensiveren Eindruck hinterläßt. Und ein weiterer Punkt ist entspiegelte Saphirgläser haben einen farblichen Schimmer je nachdem wir der Lichteinfall ist. Das sehen Sie auch anhand der Fotos.

Étanche

Französisch für wasserdicht. Wasserdichtigkeit sind Momentaufnahmen bei einer Uhr und keine garantierte Werte. Alterungsprozess beim Dichtungsmaterial oder starke Temperaturschwankungen (z.B. vom Sonnenbad ins Meer) können in jedes dichteste Gehäuse Wasser eindringen lassen und zu teuren Reparaturen führen. Die Empfehlung: wasserdichte Uhren einmal jährlich überprüfen lassen!

Ewiger Kalender

Ein aufwendiger Mechanismus zur Steuerung der Datumsanzeige unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Monatslängen in den normalen Jahren und auch in Schaltjahren


F

Feder mit Federhaus

Das wichtigste Bauelement bei einer Uhr. Eine mechanische Uhr hat eine Unruhspirale die ca. 1/1.000.000.000 eines PS an Kraft benötigt, um ihre Schwingungen aufrecht zu erhalten. Diese Kraft kommt von der Zugfeder. Der Aufzug über die Zugfeder hält, je nach Länge der Zugfeder in der Regel knapp 2 Tage, aber auch bei manchen Werken bis zu 10 Tagen (z.B. bei Panerai oder IWC). Die Zugfeder ist mit Haken und Ösen am Federhaus und an der Federwelle befestigt. Sie ist gefertigt aus unterschiedlichen Legierungen z.B. aus Eisen-Nickel-Chrom mit Zusätzen von Kobalt-Molybdän-Gluzinium. Die „Nivaflex“ Zugfeder ist eine der bekanntesten Varianten und hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Sie kann nicht brechen, nicht verformen, ist antimagnetisch und rostet nicht.

Federsteg

Wird bei Armbändern von Uhren verwendet, die nicht fest mit dem Uhrengehäuse verbunden sind. Ein Federsteg ist ein Röhrchen aus Edelstahl, dessen Enden beweglich sind und diese werden durch ein innenliegende Spiralfeder nach Außen gedrückt. Federstege werden hauptsächlich bei Lederarmbändern eingesetzt. 

Feinregulierung

Vorrichtung für das einfache einstellen einer täglichen Gangabweichung der Uhr. Es gibt unterschiedliche Konstruktionen, z.B. die mit Schwanenhals oder die mit Exzenterschraube. Auch eine Uhr mit einem ganz normalen Rückerzeiger lässt sich exakt regulieren.

Fliegendes Tourbillon

Beim fliegenden Tourbillon wird die Unruh, das Ankerrad und der Anker in einem Käfig verbaut, der einseitig gelagert ist. Er dreht sich einmal in der Minute um 360 Grad – also rundherum. Hierdurch wird die Schwerkraft der Erde ausgeglichen.

Fliegeruhr

Eine übergroße Uhr mit Präzisionswerk – meistens mit Leuchtziffern und Leuchtzeigern sowie Sekundenzeiger mit Stoppfunktion. Sie wurde im zweiten Weltkrieg entwickelt und hatte die Aufgabe robust zu sein und konnte über der Uniform getragen werden. Das spezielle an der Uhr war, sie hatte ein Weicheisenkern, der das Uhrwerk vor Magnetismus schützt.

Flyback-Funktion

Wird bei Chronographen eingesetzt. Mit dieser Flyback-Funktion kann das Stoppen, Nullstellen und Starten in einem Vorgang ausgelöst werden. Die Zeiger fliegen quasi mit einem Knopfdruck zurück – hätte der Chronograph keine Flyback-Funktion, so müsste man den Drücker dreimal betätigen: einmal um den Stoppvorgang zu unterbrechen, ein zweites mal um die Zeiger zurückzustellen und ein drittes mal um einen neuen Zählvorgang auszulösen.

Formwerke

Alle Uhrwerke die nicht rund sind Formwerke – wie beispielsweise Uhrwerke in den Formen: tonneauförmig, baguetteförmig oder rechteckig.

Frequenz

Anzahl von Halbschwingungen in der Sekunde (Maßeinheit = Hertz). Eine Armbanduhr, deren Unruh 18.000 Halbschwingungen in der Stunde hat, besitzt eine Frequenz von 2,5 Hz. Uhren, die Schnellschwinger sind haben 28.800 Halbschwingungen und mehr in der Stunde haben entsprechen einer Frequenz von 4 Hz.

Funkuhr

Ist eine Quarzuhr, die über Funk gesteuert wird. Die Uhren sind mit einem Decoder ausgestattet und sie das DCF Signal aus dem Funkturm in Frankfurt empfängt. Dieses Signal ist der Weltzeit angepaßt und sorgt dafür, dass die Uhr immer die exakte Zeit empfängt. Die Wellen des Funkturms reichen mehrere tausend Kilometer weit. Neben der exakten Zeit kann die Funkuhr sich auch automatisch an Zeitumstellungen anpassen.


G

Galvanische Veredelung

Darunter versteht man Werkteile einer Uhr, die mit einer Schicht Gold oder Rhodium (einem Platin ähnlichen, silbrig glänzenden Metall) überzogen wird.

Gangabweichung

Tägliche Abweichung von 0 bis +15 Sek. Dies wurde von Chronoswiss festgelegt, ist aber für alle mechanische Uhren bezeichnend.

Gangdauer

Ist die Betriebsbereitschaft einer Uhr – sprich von dem Zeitpunkt des Vollaufzuges bis zum Entspannen der Triebfeder

Gangreserve

Ist die Anzeige oder gemessene Gangdauer – max. Laufzeit eines mechanischen Uhrwerks nach dem Aufzug.

Gebläute Schrauben

Uhren-Schrauben aus Stahl werden durch das Erwärmen von etwa 290°C dauerhaft blau gefärbt. Dies hat keine Bewandtnis sondern ist schöner anzusehen.

Gebläute Zeiger

„Bläuen“ – die Oberfläche von Stahl oxydiert bei Erwärmung auf 290°C – 310°C auf die Farbe tiefblau. 

Gehärtetes Mineralglas

Mineralglas, das durch Oberflächenbehandlung (chemisch oder Wärme) vergütet wird und somit doppelt so kratzest ist wie normales Mineralglas.

Gesperr

Sorgt dafür, dass die Zugfeder unkontrolliert entspannt. Angebracht wird das Gesperr auf der Federhausbrücke und sorgt für ein schnarrendes Geräusch beim Aufziehen der Uhr.

Glasboden

Oder auch Sichtboden genannt, damit man das schön dekorierte Uhrwerk und seine Funktion bei mechanischen Uhren bewundern kann.

Gläser

Es gibt 4 verschiedene Gläsersorten: Kristallgläser – bei früheren Armbanduhren eingesetzt. Sie sind kratzfest – aber bruchempfindlich. Kunststoff-Gläser auch Plexiglas genannt – Einsatz hauptsächlich in den 40er Jahren. Sie sind unzerbrechlich – aber verkratzen leicht. Mineralgläser sind härter und kratzfester als Kunststoff-Gläser. Heutzutage wird meist das Saphirglas verwendet. Es ist kratz- und bruchfest und nur mit speziellem Diamantwerkzeug zu bearbeiten.

Glucydur-Unruh

Sind aus einer Kupferlegierung, die ca. 3 Prozent Beryllium beinhalten. Die einfacheren Nickelunruhen sind silberfarben. Glucydur-Unruhen besitzen eine Härte von 380 Vickers gegenüber nur 220 für die Nickel-Unruh und nur 180 für jene aus Messing. Dadurch lassen sie sich gut vernieten, auswuchten und feinregulieren (antimagnetisch, nicht oxydierend).

GMT = UTC

Weltzeituhr. Greenwich Mean Time. In Greenwich ist die Nullzeit der Welt. Die Erde ist in 24 Zeitzonen aufgeteilt. Die Zeitanzeigen erfolgen auf der Erde immer bezogen auf GMT. So hat New York GMT -7, Sidney +8.

Gold

Edelmetall. Wird in Werken von hochwertigen mechanischen Uhren verwendet. Beispielsweise für die Schrauben der Unruh für Steinfassungen und teilweise für Räder. Bei manchen Herstellern wird auch das ganze Werk aus Gold gefertigt.

Guillochieren

Aufbringen von verschlungenen Formen (=Guillochen) auf Metall, dies erfolgt maschinell durch ein Gravierwerkzeug mit mechanischen Getrieben.

Gyromax-Unruh

Eine von Patek Philippe patentrechtlich geschützte Unruh (1951). Diese besondere Unruh besteht aus 8 schreibenförmigen und geschlitzten Regulierungselemente auf axial angeordneten Stiften – drehbar gelagert. Sie wird häufig auch als Vorläufer von der moderenen, schraubenlosen Ringunruh bezeichnet. Diese Unruh wird nicht nur bei Patek Philippe verwendet – sondern auch von anderen Uhrenmarken.


H

Halbschwingung

Wird auch als Amplitude in der Uhrmacherei bezeichnet. Ist nicht die gleich Amplitude wie im physikalischen Bereich – sondern beschreibt den Winkel, den die schwingende Unruh zwischen ihren Umkehrpunkten beschreibt.

Handaufzugsuhr

Zeitmesser, bei dem die Zugfeder mit Hilfe der Aufzugskrone von Hand gespannt werden muss.

Härten (gemessen in Vickers-Graden)

Beispielsweise hat Acrylglas 20, Titan 200, unbehandeltes Mineralglas 400, gehärtetes Mineralglas 900, Saphirglas 2.000 – Saphirglas ist 5x so hart und kratzfest wie Mineralglas und 100x so hart wie Kunststoff.

Heliumventil

Ist ein Ventil das insbesondere Taucher-Uhren vor Schäden schützt. Das Ventil lässt eingedrungenen Überdruck schneller entweichen, wenn der Außendruck wieder abfällt. Von daher hat beispielsweise die Rolex Sea-Dweller ein Heliumventil.

Hemmung

Sehr wichtig! Ist ein Mechanismus, der die Kraft der Zugfeder über das Räderwerk auf das Schwingsystem (Unruh, Unruhspirale) einer Uhr überträgt. Die Hemmung besteht aus dem Ankerrad und dem zugehörigem Trieb, dem Anker mit den beiden Paletten, der Angergabel, den Sicherheitsstiften sowie der großen Rolle mit Ellipse und der kleinen Rolle. Die beiden Rollen sind auf der Unruhwelle befestigt und bewegen sich im Rhythmus der Unruh hin und her (Schweizer Ankerhemmung). Die Hemmung einer mechanischen Uhr führt Schwerstarbeit aus: Bei einer Schlagzahl der Unruh von 28.800 Halbschwinungen/Stunde lässt sie das Räderwerk innerhalb von 24 Stunden 691.200-mal vorrücken. Innerhalb von vier Jahren ergibt die über eine Milliarde Kraftstöße, die über die Hemmung gehen. Das ist in etwa die der sechsfachen Leistung eines menschlichen Herzens.

Horologie

Fachausdruck für „Uhrenwissenschaft und Zeitmesskunde“.


I

Incabloc

Bedeutet Stoßsicherung: ist die meist gebrauchte Stoßsicherung bei Taschen- und Armbanduhren (wurde in den 50er Jahren entwickelt) und läßt sich problemlos in alle Kaliber einbauen.

Index

Elemente auf dem Zifferblatt wie beispielsweise Punkte, Striche oder Symbolformen. Bei schlichten Uhren wird auch schon mal ganz auf Indexe verzichtet.

Indikation

Man sagt eine Uhr hat verschiedene Indikationen sprich neben der Zeit werden Komplikationen in unterteilten Bereichen des Zifferblattes angezeigt. Indikationen sind beispielsweise kleine Sekunde, Kalenderdatum, gestoppte Zeit, Mondphasen.

Indirekte Zentralsekunde

Bei Uhrwerken mit indirekter Zentralsekunde liegt der Antrieb des Sekundenzeiger außerhalb des eigentlichen Kraftflusses im Räderwerk. Sie werden oft bei Kalibern mit kleiner Sekunde verbaut.

Isochronismus

Dies bezeichnet man, wenn Schwingsysteme kleine und große Schwingungen gleich schnell ausführen.


J

Jahreskalender

Ist eine Tisch-Uhr mit Drehpendel unter einer Glasglocke. Das besondere hierbei ist, dass die Uhr nur einmal im Jahr aufgezogen wird.

Jewels

Internationale Bezeichnung für die Steine eines Uhrwerkes – beispielsweise Rubine.


K

Kaliber

Fachausdruck für Form, Größe und Komplikation eines Uhrwerkes, es gibt in der Regel den Werktyp an. Früher bezeichnete „Kaliber“ den Uhrwerksdurchmesser, gemessen in Pariser Linien (eine Linie entspricht 2,256 mm). Heute wird mit „Kaliber“ im allgemeinen ein Uhrwerk bezeichnet. Die nachfolgende Zahl ist eine Bezeichnung des Herstellers und steht dabei nicht im Bezug zum Durchmesser.

Kalotte

Kommt aus dem französischen (calotte: Kappe) und steht für ein stark gewölbtes Taschenuhrgehäuse oder für das gewölbte Gehäusevorderteil bei Armbanduhren.

Kanellierung

Vertikale Rillenverzierungen am Uhrengehäuse.

Karat

Ist eine Maßangabe z.B. des Goldgehalts bei einer Legierung. Es gibt eine 24-teilige Skala. Feingold besteht aus fast 100% Gold und wir das 24 Karat (kt) bezeichnet. Das Gehäuse einer 18-karätigen Armbanduhr hat 750 Tausendteile Feingold. Andere Legierungen sind Kupfer, Messing, oder Silber, die als Beimischung dienen. Ein Karat ist der 24. Teil eines kg Feingold, also 41,66 g. Der Goldgehalt wird auf dem Gehäuse mit einem Stempel (Punze) vermerkt.

Kleine Sekunde

Man unterscheidet zwischen Kleiner Sekunde und Zentralsekunde. Bei Kleiner Sekunde ist die Sekundenanzeige dezentral angeordnet – häufig befindet sie sich bei 6 Uhr, so beispielsweise bei der Nomos Tangente. Ein Vertreter aus dem Bereich der Dresswatch. Die Kleine Sekunde übernimmt hier eine ästhetische Funktion. Bei den Chronographen hat die Kleine Sekunde auch eine praktische Relevanz. Die Sekunden werden hier in Hilfsblättern angezeigt neben anderen Komplikationen.

Klinkenrad

Bauteil einer mechanischen Uhr. Klinkenräder ermöglichen die Nutzung der Drehbewegung des Rotors für den Aufzug in beide Richtungen. Sie werden so konstruiert, dass ein Klinkenrad in der Rechts- und das andere in der Linksdrehung sperrt und den Kraftschluss zum Federhaus herstellt. Bei einseitig aufziehenden Automatikuhren ist nur ein Klinkenrad verwendet.

Kloben

Träger für Anker- , Unruh- und Radlager. Ist an einer Stelle mit Stellstiften fixiert.

Komplikationen

Zusatzmechanik über die Zeitanzeige hinaus. Komplikationen haben Chronographen, Ewiger Kalender, Mondphasen.

Krone

Zentrales Schaltelement für den Benutzer. Knopf zum Aufziehen einer Uhr, zum Zeigerstellen und zum Korrigieren von Datumsanzeigen um nur einige zu nennen.

Kronenaufzug

Spannen der Zugfeder durch Drehen der Aufzugswelle über den außen am Gehäuse befindlichen Stift (=Krone).

Kurzzeitmesser

Bezeichnet man Stoppuhren: es werden hiermit kurze Zeitspannen gemessen.


L

Lagen

Spielt bei der Regulierung eine entscheidende Rolle. Speziell Armbanduhren werden – im Gegensatz zu Taschenuhren – vielen verschiedenen Positionen getragen. Taschenuhren befinden sich in aller Regel entweder in hängender (Krone oben) oder liegender Position (Zifferblatt oben). Präzisionsarmbanduhren werden daher im Allgemeinen in 5 verschiedenen Lagen „Krone links“, „Krone oben“, „Krone unten“, „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“  einreguliert. Sollen sie die Bezeichnung Chronometer tragen, muss die Ganggenauigkeit durch eine mehrtägige Kontrolle bei der offiziellen Uhren-Prüfstelle (C.O.S.C.) unter Beweis gestellt werden. In den 5 Lagen muss der mittlere tägliche Gang zwischen -4 und +6 Sekunden liegen; die mittlere tägliche Gangabweichung darf 2 Sekunden, die größte Gangabweichung 5 Sekunden nicht überschreiten. Alle Uhren werden bei Temperaturen von 4°C, 20°C und 36°C geprüft. Nach Bestehen der Chronometerprüfung wird ein Zertifikat ausgefertigt.

Lager

Bohrungen die Zapfen des Räderwerkes. In feinen Armband- und Taschenuhren, aber auch bei Großuhren werden die Bohrungen speziell für schnell drehende Räder und Triebe mit Lagersteinen versehen. Einfachere Zeitmesser begnügen sich mit Löchern in den Platinen, Brücken oder Kloben. Die führt dazu, dass die Bohrungen bei Ölmangel nach geraumer Zeit „auslaufen“ können.

Lagerstein

Ist ein künstlich gezogener Rubin mit einem zentrischen Loch zur reibungsarmen Lagerung der Zapfen (Wellen der Zahnräder).

Laufwerk

Summe aller Zahnräder und Mechanismen, die die Energie übertragen.

Leuchtzeiger

Leuchtzeiger, die ohne Lichteinwirkung leuchten, sind aus Prometium, einem extrem schwach strahlenden radioaktiven Material, das absolut ungefährlich für die Gesundheit ist. Die Halbwertszeit von Prometium beträgt ca. 5 Jahre danach strahlt es in der Regel nicht mehr. Schweizer Fabrikanten verwendeten in der Vergangenheit auch Tritium – Halbwertszeit 10 Jahre, aber hier werden stärkere Gamma-Strahlen abgegeben. Zeiger, die aufgenommenes Licht nur wieder abgeben, enthalten Zink-Sulfid oder Zink-Silikat.

Limitierte Auflage

Uhren die in Kleinstserien hergestellt werden oder zu einem bestimmten Anlass wie beispielsweise Omega Uhren anläßlich der Mondlandung Apollo 11 Serien hergestellt hat. Die Nummerierung findet meist auf dem Zifferblatt oder Gehäuseboden statt.

Linie

Französische Maßeinheit – Ligne – eine Linie entspricht 2,256 mm (siehe auch unter dem Punkt Kaliber). Wird heute auch noch im Bereich der Uhren verwendet.

Lunation

Andere Bezeichnung für Mondphase – Siehe Punkt Mondphase.

Lünette

Französisch Glasreif eines Gehäuses, der mit dem eingesetzten Glas auf das Mittel des Gehäuses aufgesprengt oder wie bei Chronoswiss verschraubt wird.


M

Magnetfeld

Ein Magnetfeld ist für eine mechanische Uhr nicht gerade förderlich. Deshalb sollten sie mechanische Uhren nicht auf elektrischen Geräten oder auf Heizungsradiotoren ablegen oder auch beispielsweise bei Untersuchungen wie in Kernspinn- oder Magnetresonanz-Topographen (MRT) tragen. Die magnetischen Kräfte wirken sich negativ auf das Uhrwerk sprich die Unruhspirale aus. Beheben läßt sich das fehlerhafte Gangverhalten über einen „Entmagnetisieren“.

Magnetfeldschutz

Aufgrund der Problematik bei mechanischen Uhren mit dem Magnetfeld haben sich die Uhrenhersteller Uhrwerke konzipiert, die Magnetfeldern gegenüber unempfindlich sind: durch amagnetische Materialien (z.B. Omega Seamaster Aqua Terra, Cartier Pasha, Zenith Dufy El Primera, Rolex Oyster Perpetual Air-King) oder die Abschirmung des Uhrwerks durch eine Hülle aus „Weicheisen“ (z.B. Rolex Milgauss)

Manufaktur

Kommt aus dem lateinischen – manu faktum = von Hand gemacht. Im uhrmachereschen Sinne bezeichnet der oft mißbrauchte Begriff die Arbeit eines Uhrenherstellers, der wirklich nur selbst entwickelte und in voller Feritgungstiefe selbst hergestellte Uhrwerke verwendet, inklusive aller Bauteile. Manufaktur dar sich ein Uhrenhersteller im Grunde genommen nur dann nennen, wenn er mindestens ein Rohwerk selbst gefertigt hat. Die Fertigsteller konfektionierter Rohwerke heißt branchenintern Etablisseure. Ausnahme sind Uhrenmarken, die exklusive oder eigens für sie reservierte Werke einsetzen. Schließlich gibt es Modifikationen an gängigen Standard-Kalibern, die im speziellen Auftrag verschiedene Etablisseure entwickelt und realisiert werden

Mechanische Uhren

Uhren, die über eine Feder angetrieben werden und deren Schwingsystem rein mechanisch läuft, beispielsweise über die Unruhe oder das Pendel.

MEZ

Mitteleuropäische Zeit. Am 1. April 1893 führten Deutschland und andere zentraleuropäische Länder die MEZ ein. Die MEZ besitzt eine Differenz von +1 Stunde gegenüber der als Welt- oder Universlazeit definierten mittleren Sonnenzeit des Greenwicher Nullmeridians (GMT = Greenwich Mean Time).

Micron

Micron = 1/1000 mm

Mikrorotor

Schwungrotor bei einer Automatikuhr – das Herzstück bei Automatikuhren. In den heutigen Kalibern gibt es zentrale und Mikrorotoren. Vorteil eines Mikrorotors ist, das er deutlich kleiner und sehr viel flacher ist. Dadurch kann die Uhr flacher konstruiert werden. Durch die geringere Größe des Rotors ist somit auch deutlich weniger Schwungmasse zur Verfügung. Deshalb werden die Mikrorotoren häufig aus schwerem Feingold gefertigt. Das bekannteste Modell mit einem Mikrorotor ist die Patek Philippe Nautilus.

Milanaise-Armband

Dieses Band hat seinen Ursprung in der italienischen Stadt Mailand. Es ist ein engmaschiges Armband das aus Edelstahl, Gold oder Silber verflochten wird. Vorteil es ist sehr flexibel, biegsam und äußerst robust. Sehr beliebt auch im Sommer und eine Alternative zu Leder-, Textil- oder Gliederarmbändern. Aufgrund der Netzstruktur wird das Milanaise Armband häufig auch Messe Armband (Mesh=Masche) genannt.

Mineralglas

Mineralisches Uhrglas, entspricht in seiner Härte und Struktur dem Fensterglas. Es ist ca. 20x so kratzfest wie Acryl-(Plexi)Glas. Vorteile des Mineralglases: kratzfieser als Kunststoff-Gläser / Nachteil: schlagempfindlich. Wird heute meistes verwendet.

Minuterie

Auf dem Zifferblatt umlaufende Einteilung der Minuten.

Mondphasen

Der Mond durchläuft eine von der Stellung Sonne zum Mond zur Erde abhängigen Phasen. Man unterscheidet zwischen Neumond – erstes Viele – Vollmond – letztes Viertel – Neumond. Diese Phasen durchläuft der Mond innerhalb von etwa 29,5 Tage.

Mondphasen-anzeige

In einem Ausschnitt der Zifferblattes dreht sich die Scheibe mit den verschiedenen Mondphasen.


N

Nivaflex-Feder

Nivaflex-Zugfedern bestehen aus Kobalt, Nickel, Chrom, Wolfram und Eisen sowie Titan und Beryllium. Daraus gefertigte Zugfedern sind amagnetisch, bestechen durch extreme Zugfestigkeit, hohe Biegewechselfestigkeit, exzellente Korrisionsbeständigkeit und gute Temperaturbeständigkeit.

Nivarox

Speziallegierung für die Unruhespirale. Sie ist rostfrei, antimagnetisch und kann Temperaturschwankungen ausgleichen.


O

Oszillator

Ist lateinisch und bedeutet „schaukeln“ – es ist ein schwingungsfähiges System. Bei Uhren setzt sich der Oszillator aus der Unruhe, dem Anker und dem Steigrad zusammen.


P

Panoramadatum

Großdatumsanzeige mit 2 unabhängig konzentrisch angeordneten Zahlenringen mit Datumsschnellschaltung.

Plaqué – Plattiert

Elektrolytisch (galvanisch) im Bad aufgetragene Goldauflage (in Micron Stärke angegeben). Die eigentliche Platzierung besteht meist aus 585-Gold (14 Karat). „Flash“-vergoldet = extrem dünne Goldauflage

Platin

Seltenes, kostbares Edelmetall. Für 1 Gramm Platin müssen mehr als 300 kg Erz abgebaut werden. Für 1 Gramm Gold reichen schon 100 kg. Mit 1.773°C besitzt es den höchsten Schmelzpunkt (Gold 1.063°C, Silber 960°C). Fester, zäher und schwerer als andere Schmuckmetalle, weshalb spezielle Werkzeuge und Techniken zur Verarbeitung angesetzt werden müssen. Schließlich wird es zumeist mit einem Feingehalt von 950/1000 verwendet. D.h., dass entsprechende Produkte zu 95% aus reinem Platin bestehen. Ein Platin-Gehäuse wiegt rund 35% mehr als ein Pendant aus 18-karätigem Gold.

Präzision

Die tickende Uhr gehört zu den ältesten und genaueste mechanischen Maschinen. Ein Werk, das täglich (86.400 Sekunden) um 30 Sekunden von der offiziellen Zeitnorm abweicht, besitzt eine arithmetische Fehlerquote von 0,035%. Ihr Genauigkeitsgrad liegt bei bereits erstaunlichen 99,965%. Offiziell geprüfte Chronometer erreichen weitaus bessere Werte, die bei weniger als 0,005% liegen können.

Pulsometer

Eine Uhr – meist Chronographen – die die Pulsmessung erleichtern. Nach Start der Chronographenzeigers müssen lediglich 20 oder 30 Pulsschläge gemessen werden und nach dem Stoppen zeigt die Spitze des Zeiger auf die entsprechende Pulsfrequenz pro Minute.


Q


R

Rattrapante -Chronograph

Wird auch als Doppel- oder Schleppzeiger-Chronograph genannt. Dieser zusätzliche Zeiger ermöglicht das Stoppen von Zwischenzeiten. Dazu läuft der Schleppzeiger als zweiter Zeiger unter dem Stoppsekundenzeiger mit und kann beim Stoppen abgekoppelt werden. Gesteuert wird der zweite Zeiger oft über einen zusätzlichen Drücker bei der Zehn. Rattrapante zählen zu den kompliziertesten Komplikationen.

Referenznummer

Nummer oder Buchstaben/Nummer-Kombination zur Kennzeichnung eines Uhrenmodells.

Repetition

Ist eine Komplikation einer mechanischen Uhr, die auf Wunsch durch Betätigen eines Drückers die Zeit anschlägt. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: einfache Viertelrepetition, die nur die Anzahl der Stunden und Viertelstunden anschlägt, bis zur Minutenrepetition, die die Stunden, Viertelstunden und Minuten in jeweils unterschiedlichen Tönen erklingen lässt. In früheren Jahren, wo es noch kein elektrisches Licht gab, wußte man wie spät es ist. Heute sind die Minutenrepetitionen – die sehr komplex sind – zu raren Sammlerobjekten geworden und heiß begehrt.

Retrograde Anzeige

Bei einer als retrograde Anzeige bezeichneten Komplikation bewegt sich ein die Zeit oder Datum anzeigender Zeiger über ein Kreissegment (1 bis 12 bzw. 1 bis 31) und springt, wenn er am Ende der Segmentskala angelangt ist, ruckartig in seine Anfangsposition zurück. Über eine retrograde Funktion verfügt beispielsweise die Maurice Lacroix Masterpiece Rétrograde.

Rohwerk

Ebauche. Komplettes Uhrwerk (Platinen, Brücken, Rädersatz, Stahlteile…) ohne Hemmung, Unruhreif, Spiralfeder, Zugfeder, Zifferblatt und Zeiger.

Rotor

Unbegrenzt drehende Schwungmasse bei Automatikuhren. Je nach Konstruktion des Aufzugs wird die Zugfeder in einer oder beiden Drehrichtungen gespannt. Es gibt Zentral- und Mikrorotoren. Zentralrotoren drehen sich über dem ganzen Werk, Mikrorotoren sind in die Werksebene integriert.


S

Saphirglas

Kratzfestes Uhrglas. Es ist 5x kratzfester wie Mineralglas und das härteste unter allen Gläsern (siehe auch unter Härte). Nur der Diamant ist härter. Saphirglas besteht aus synthetisch hergestelltem Saphir – hat genau dieselbe kristalline Struktur wie ein echter Saphir – er hat keine Poren..

Satinierung

Feinschliff-Dekor. Der Name kommt von „Satin“ einem leicht glänzenden Baumwollstoff. Ähnlich sehen satinierte Uhren-Edelstahlarmbänder aus. Saturierte Oberflächen sind matt-glänzende Oberflächen

Schleppzeiger

Siehe unter Rattrapante – wird auch Doppelzeiger genannt und ist ein zweiter Zeiger auf der Sekundenwelle. Es können mehrere Vorgänge simultan gestoppt werden, wenn sie gleichzeitig beginnen und unterschiedlich lange dauern – wie beispielsweise bei Wettkämpfen. Der Schleppzeiger ist über einen teueren Mechanismus mit dem Chronographenzeiger gekoppelt. Der einen speziellen Drücker lässt sich der Schleppzeiger beliebig oft anhalten und – zum Beispiel zum Ablesen einer Zwischenzeit – mit dem unterdessen weiterlaufenden Chronographenanzeiger wieder in Deckung bringen.

Schnellkorrektur für die 2. Zeitzone

Vorrichtung für die Direkteinstellung der 2. Zeitzone über Drücker.

Schraubboden

Ein Boden, der ein Gewinde besitzt und der dann auf das Uhrengehäuse eingeschraubt wird.

Schraubenunruh

Unruhe, bei der der Unruhreif mit eingelassenen Schrauben ausbalanciert wird (Schrauben sind gleichzeitig Gewichte). Sie dienen dazu die Gewichtsbalance der Unruhe herzustellen.

Schwanenhals-Feinregulierung

Eine Regulierungseinrichtung zur Einstellung des genauen Ganges einer Uhr, bei der das Rückstellmoment für den Rückerzeiger zur genauen Justierung durch eine Feder erzeugt wird. Diese Feder hat die Form eine Schwanenhalses.

Schweiß

Des Schweiß des Uhrenträgers ist genauso anzusehen wie die Säure in der Autobatterie. Es entsteht eine Elektrolyse (ein galvanisches Bad), in der die Ionen vom Trägermaterial zur Haut wandern. Dadurch kann sich die Haut verfärben und die Auflage sich ablösen – beispielsweise die Vergoldung.

Schweizer Ankerhemmung

Freie Hemmung für Kleinuhren: bei der sich die Zähne des Ankerrades nach außen verbreitern. Dadurch verteilt sich die Hebung auf das Gangrad und den Anker mit seinen beiden meist Rubin-Paletten.

Skelettwerk

Werk bei dem Platine, Brücken, Kloben, Federhaus und ggf. Rotor so weit zur Stanzen, Sägen oder Fräsen reduziert wurde, dass nur für die Funktion notwendiges Material übrig bleibt. So kann man durch das Uhrwerk hindurchschauen. Die Skelettieren wird bei feinen Uhren von Hand oder halbautomatisch nach Schablone (Pantograph) ausgeführt und ist die höchste Schule der Uhrmacherei.

Sonnenschliff

Durch Schleifen halbkreisförmiger strukturierter Oberflächen von Metallteilen (beispielsweise Räder, Zifferblätter), die bei reflektierendem Licht optisch den Eindruck einer strahlenden Sonne erzeugt.

Spirale

Siehe auch unter dem Punkt „Nivarox“. Die Spirale ist die Seele einer mechanischen Uhr. Der schmale, bandförmige Metallstreifen sorgt dafür, dass die Unruhe regelmäßig sich hin und her bewegt. Und wenn die Spirale verlängert oder verkürzt wird so lässt sich die Schwingungsdauer der Unruhe regulieren.

Springende Stunde

Werk, bei dem der Stundenzeiger durch eine analoge Scheibe ersetzt wird und die alle 24 Stundenziffern trägt. Ein kleiner Mechanismus sorgt dafür, dass diese Scheibe nach jeweils 60 Minuten um jeweils 30 Bogengrade weiterspringt und im Zifferblattausschnitt die nächste Stunde erscheint.

Stainless Steel

Englisch und bedeutet rostfreier Stahl – Bezeichnung für nichtrostende Stahllegierung

Steine

Zur Verminderung der Reibung werden an den Ankerplatten und der Ellipse Steine eingesetzt, sogenannte Lagersteine / Lochsteine und Decksteine. Es ist nicht immer gegeben, dass Uhren mit vielen Steinen auch besonders teuer sind. Im Gegenteil: oftmals wird gerade bei billigen Armbanduhren eine auf dem Zifferblatt vermerkte Zahl von „Jeweils“ eine hohe Qualität suggeriert. Bei diesen Uhren sind jedoch die Steine in den seltensten Fällen dort angebracht, wo sie auch wirklich gebraucht werden. Eine Präzisionsuhr mit Handaufzug benötigt mindestens 15 funktionelle Steine: 10 Lagersteine, 2 Decksteine für die Unruhe, 2 Palettensteine für den Anker sowie 1 Hebelstein (Ellipse). Eine gute Ausstattung ist mit 18 Steinen gegeben. Bei komplizierten Uhren, z.B. mit automatischen Aufzug, Chronograph oder Repititionsschlagwerk erhöht sich die Zahl der erforderlichen Steine entsprechend.

Stoßsicherung

Spezielles System zum Schutz der feinen und empfindlichen Zapfen der Unruhwelle vor Bruch. Die Loch- und Decksteine der Unruhwellenlager sind federnd in der Hauptplatine und dem Unruhkloben gelagert. Bei harten Stößen geben sie entweder lateral und/oder axial nach. Eine stoßgesicherte Armbanduhr soll einen Sturz aus 1 Meter Höhe auf einen Eichenholzboden unbeschadet überstehen. Außerdem darf sie danach keine wesentlichen Gangabweichungen aufweisen.

Swiss Made

Ursprungslandbezeichnung auf dem Zifferblatt und/oder dem Werk einer „Schweizer Armbanduhr“. Heute gibt es Zeitmesser, welche den Swiss-Made-Schriftzug – zwar juristisch völlig korrekt – zur Schau stellen, aber nicht verdienen. Sie profitieren von einem Erlass über die Benutzung der Schweizer Namens für uhren, wonach die Herkunftsbezeichnung „Swiss Made“ verwendet werden darf, wenn das Werk schweizerisch ist. D.h. wennn die Montage, Einschalung und Endkontrolle in der Schweiz erfolgen. Kurz gesagt: mindestens 50% der Bestandteile müssen aus schweizerischen Fabrikationswerken stammen und den schweizerischen Kontrollen standhalten.


T

Tachymeterskala

Zifferblattskalierung bei Chronographen und sie dient zur Messung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Für die Messung muss eine Strecke von einem Kilometer oder einer Meile abgefahren werden. Am Anfangspunkt der Messstrecke – beispielsweise ein Meilenstein einer Autobahn – wird der Chronograph gestartet und an ihrem Ende wieder gestoppt. Der Chronographenzeiger deutet nun auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (km/h oder mph) mit der die Messstrecke durchfahren worden ist.

Taucheruhren

Haben eine speziell abgedichtete Krone. Der Boden ist besonders gut abgedichtet sowie das Werk ist oft durch einen Container aus Kunststoff besonders geschützt.

Titan

Ist ein Werkstoff, der in der Weltraumfahrt eingesetzt wird. Der Werkstoff ist extrem hitzebeständig, leicht, hart und eine nicht magnetische Metalllegierung. Er enthält keinerlei Nickel – gut für die Menschen, die an einer Nickel-Allergie leiden. Das Material ist im Vergleich zu Stahl spröder. Deshalb wird der Boden bei Titanuhren eingeschraubt und nicht eingedrückt. 

Tolleranz

Häufig in der Uhrmacherei angewendet bei der Ganggenauigkeitsprüfung und die Maßeinheit ist Micron.

Tourbillon

Aufwendiger Mechanismus, bei dem die Unruhe und die Hemmung während des Schwingvorgangs um die eigen Achse dreht. Das dient dazu die Erdanziehungskraft und eventuelle Abweichungen auszugleichen.


U

Uhrwerk

Darunter fallen alle Teile, die notwendig sind, um eine Uhr zum Laufen zu bringen. Man unterscheidet in 2 Hauptkategorien Quartzuhrwerk oder ein mechanisches Uhrwerk. Der Unterschied liegt bei den beiden Uhrwerken in der Energiequelle – manueller Aufzug oder Batterie. Immer wird der Gangregler oder Schwinger eines Uhrwerks zum Schwingen gebracht, so dass das Uhrwerk in Gang gesetzt wird – sprich Zeiger und Komplikationen können sich drehen/bewegen. Häufig wird das Uhrwerk auch als Kaliber bezeichnet – Abkürzung „Kal.“.

Unruh

Die Unruhe ist die Verbindung mit der Unruh-Spirale. Sie ist das gangregelnde Element in einer mechanischen Uhr. Von ihrer Konstruktion hängt die Präzision (Genauigkeit) eines Zeitmessers ganz entscheidend ab. Der Unruhreif kann als ausgewuchtetes „Schwungrad“ bezeichnet werden. Bei klassischen Uhrwerken schwingt die Unruh mit 5 Halbschwingungen/Sekunde oder 18.000/Stunde hin und her. Bei modernen Armbanduhren wurde, um die Ganggenauigkeit zu steigern, die Schlagzahl der Unruhe auf 19.800, 21.600, 28.800 oder gar 36.000 Halbschwingungen/Stunde erhöht. Die Geschwindigkeit der Unruh-Rotation (28.800 Halbschwingungen/Stunde) ist vergleichbar mit dem Rad einer Lokomotive, die 140 km/h fährt.

Unruhkloben

Ist der sichtbare Teil bei Sichtboden-Gehäusen von Uhren und dient zur Lagerung der Unruh-Welle. Die Unruhkloben werden häufig mit gravierten Ornamenten verziert.


V

Valjoux 7750  –       ETA Valjoux 7750

Das in der Schweizer Uhrenindustrie am häufigsten verwendete Chronographenwerk. Automatik, Durchmesser 30 mm, 7,9 mm hoch, 25 Steine, 28.800 A/h, 50 Stunden Gangreserve

Verschraubte Chatons

Lagersteine, die in einem kleinen Goldring gefasst und mittels dreier winziger Schrauben in der Brücke passgenau verschraubt sind um den Abrieb zu mindern.

Verschraubte Krone

Führt dazu, dass die Uhr wasserdicht ist. D.h.: wenn die Krone verschraubt (Gewinde) wird, presst sich an der Innenseite der Krone der Dichtungsring an das Gehäuse der Krone und dichtet somit die Uhr ab. Neben der Dichtigkeit sorgt auch eine verschraubte Krone dafür, das die Zeit nicht so schnell verstellt werden kann und sichert die Uhr vor Stößen ab, weil die Kraft auf das Gehäuse übertragen wird, statt direkt aufs Werk.


W

Wasserdichte Armbanduhren

Bei einer wasserdichten Uhr sind Gehäuse, Aufzugskrone, Drücker und Glas so gearbeitet, dass weder Staub noch Wasser eindringen kann. 3 ATÜ ist der Druck von 3 kg/cmund dies entspricht einer Wassertiefe von 30m. Beim Schwimmen wird durch die Schwimmbewegungen einen höheren Druck auf die Uhr ausgeübt. D.h. zum Schwimmen sind nur Uhren geeignet, die mindestens 100 m wasserdicht sind. Wasserdichtigkeit ist keine bleibende Eigenschaft somit sollten wasserdichte Armbanduhren einmal jährlich geprüft werden.

Weltzeitindikation

UTC – GMT: ausgehend vom Greenwich Nullmeridian verschiebt sich die Zeit nach jeweils 15 Längengraden um eine volle Stunde. Dieses Weltzeitsystem wurde 1883 zuerst von Kanada und den USA ausgeführt. Uhren mit Weltzeitindikation zeigen zwei oder mehrere Zeitzonen auf einem Zifferblatt an. Wie ist dies möglich? Entweder durch mehrere Uhrwerke in einem Gehäuse oder durch ein Zusatzmechanismus (auch „heure universelle“ genannt bis 24 Stunden). 

Werkplatte

Grundplatine, auf der das Uhrwerk aufbaut. Auf der Vorderseite wird das Zifferblatt befestigt und die Rückseite dient als Aufnahme der unterschiedlichen Bauteile der Uhrwerks.


X


Y


Z

Zeiger

Um analog die Zeit anzuzeigen werden auf dem Zifferblatt rotierende Anzeigenelemente verbaut. Die Zeiger können unterschiedliche Formen haben wie  beispielsweise Stabzeiger, Lanzettzeiger, Pfeilzeiger, Breguetzeiger, Mercedes-Zeiger.

Zentralsekunde

Wie der Name schon sagt, ist der Sekundenzeiger mittig platziert und ist meistens länger als der Stunden- und Minutenzeiger.

Zugfeder

Zugfedern sind lange, elastische und spiralförmig aufgewickelte Stahlstreifen, die das Herz der mechanischen Uhren sind. Sie sind im Federhaus untergebracht und haben voll aufgezogen den höchsten Drehmoment. Entspannt sich die Federspannung, so nimmt auch das Drehmoment ab, was sich auf den Gang der Uhr auswirkt. Die Zugfeder wird bei automatischen Uhren regelmäßig nachgespannt. Dies bewirkt ein relativ konstantes Drehmoment und damit einen gleichmäßigen Gang. In modernen Armbanduhren finden im Allgemeinen „Nivaflex“ Zugfedern Verwendung. Diese bestehen aus einer Speziallegierung und sind dauerelastisch sowie weitgehend bruchresistent.